Gute Reise treue Seele

Von der Angst vor dem letzten Schritt

Die Angst vor der letzten Entscheidung
Die Frage ob ich einschläfern lassen soll oder nicht, macht den meisten Tierhaltern furchtbare Angst. Was wenn mein Tier noch nicht soweit ist? Was wenn ich die Zeichen falsch interpretiert habe und mein Tier noch Zeit brauchte. Besonders schlimm ist die Vorstellung, das mein Tier sich im letzten Moment aufbäumt, wehrt, schmerzen hat oder gar dem Tisch springt um der letzten Spritze zu entkommen. Ebenso so schlimm ist es wenn die Begleitung natürlich versucht wird und sich dann Unruhe, schreien, heftige körperliche Symptome wie Zucken oder Krämpfe einstellen. Auch dass hinterlässt tiefe Narben, wenn ich den Sterbeprozess nicht verstehe.

Die eigene Kraft einschätzen
Nicht jeder Mensch hat die Kraft sein Tier auf natürlichem Wege zu begleiten. Der Tod, wie auch die Geburt, kann mit Scherzen, Stöhnen, Schreien, Krämpfen und starker Unruhe einhergehen. Das Loslösen der Seele aus dem Körper kann sehr dramatisch sein. Die Sterbeforscherin Dr. Kübler Ross hat den Sterbeprozess mit der Geburt verglichen. Es gibt Schmerzphasen, die den Wehen gleichen und dazu da sind die Seele aus dem Körper zu pressen. Auch wenn das ein natürlicher Teil des Prozesses ist, in dem sich die Seele aus dem Körper löst, ist es für den begleitenden Menschen mitunter schwer auszuhalten.

Achten sie auf sich!
Seien sie also im Sterbeprozess ihre Tieres auch gut zu sicher selber. Wenn sie an ihre Grenzen kommen, sagen sie ihrem Tier das. Es ist legitim und sie haben das Recht darauf den Sterbeprozess so zu begleiten wie es sich für sie richtig und gut anfühlt. Folgen sie also ihrem Bauchgefühl und lassen sie sich nicht reinreden!

Ist es da legitim zu sagen ich kann das nicht?
Absolut ja! Das Tier ist auf dem Weg den Körper zu verlassen und ich als Mensch kann diesen Prozess nur soweit mit begleiten wie ich emotional dazu in der Lage bin. Würden sie wollen, dass die Menschen die ihnen nahe stehen, nach ihrem Tod ewig weiter leiden? Sicherlich nicht. Wenn ich die natürliche Begleitung nicht aushalte, dann ist es sinnvoll mich auf die Euthanasie vorzubereiten. Ich kann meinem Tier sagen, dass ich an meine Grenze gekommen bin und nicht weiter begleiten kann.

Den richtigen Zeitpunkt wählen
Eine Entscheidungshilfe die sehr hilfreich ist, ist folgende: So lange sie sich fragen ob jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist oder ob es noch zu früh ist, warten sie ab. Wenn der Zeitpunkt für die Euthanasie gekommen ist, werden sie es ohne Zweifel wissen. Sie werden sich nicht fragen ob es richtig ist, sie werden wissen dass es jetzt soweit ist.

Verabschieden sie sich ordentlich
Nehmen sie sich die Zeit und genießen sie sie zusammen mit ihrem Tier. In der Sterbephase vergessen wir oft uns mit den schönen Momenten zu verbinden. Fahren sie mit ihrem Tier an sein Lieblingssee. Besuchen sie noch einmal gemeinsame Orte an denen sie schöne Erinnerungen teilen. Laden sie Freunde ein damit sich alle in Ruhe verabschieden können. Reden sie über die schönen Zeiten und danken sie ihrem Tier für die gemeinsame Zeit.

Was tun wenn es soweit ist?
Wenn sie dann wissen es ist soweit, rufen sie einen Tierarzt der zu ihnen nach Hause kommt. Tiere sind auch im Sterbeprozess in der eigenen Umgebung wesentlich ruhiger als in einer Tierarztpraxis die sie mit Angst besteht haben. Wenn dies nicht möglich ist, dann erklären sie ihrem Tier, dass es nicht anders geht.

Was wenn ich mich um entscheide?
Wenn sie im letzten Moment Zweifel bekommen dann verschieben sie den Termin mit ihrem Tierarzt. Warten sie so lange bis sie sich wirklich sicher sind. Denken sie daran, dass sie für den Rest ihres Lebens mit den Entscheidungen die sie treffen leben.

Die Euthanasie meines Tieres war eine Katastrophe!
Schuldgefühle und Traumatisierungen nach einer Euthanasie sind nicht selten. Diese können aber genauso auftreten, wenn das Tier auf natürlichem Wege begleitet wird. Meist liegt es daran, dass sie auf ihr Bauchgefühl nicht gehört haben oder dass das Tier sich noch einmal aufgebäumt hat, geschrien hat oder sich in einer Form geäußert hat mit der sie nicht gerechnet haben.

Es ist verständlich, das sie dadurch verwirrt, erschreckt und wütend sind. Einer der Gründe warum ich die Ausbildung zur Seelenkommunikatorin gemacht habe, war der Seele des Tieres einen Möglichkeit zu geben ihren Menschen, diesen letzten Moment zu erklären. Dabei habe ich im Laufe der Jahre immer wieder über die liebevollen Botschaften gestaunt die Tiere ihren Menschen übermittelt haben. Im Kern hatten all diese Botschaften dieselbe Aussage:

Sobald die Seele aus dem Körper geschlüpft ist, ist der Weg den sie vorher gegangen ist egal. Das Glücksgefühl das in dem Moment entsteht, wenn der Körper losgelassen wird ist unbeschreiblich. Es ist ein Moment der so voller Liebe, Frieden und Freude ist, dass es wirklich keinen Unterschied macht ob er natürlich statt gefunden hat oder nicht.

Alle Tiere mit denen ich diese Kommunikation gemacht habe, hatten eine Botschaft für ihre Menschen. Sie konnten erklären warum sie diesen Weg gewählt haben und was ihr Menschen dabei lernen sollte. Es ist immer ein gemeinsamer Weg und auch wenn es sich nach einer Entscheidung anfühlt die ich als Tierhalter treffe, so haben mir alle Tiere bestätigt, dass es da keine Zufälle gibt.

Deine Frau Faber