Homöopathie anwenden – Wie machen sie es richtig?

Mit Homöopathie kann ich nichts falsch machen, oder?

Das ist die landläufigen Meinung vieler Tierhalter. So trivial ist es nicht! Homöopathische Mittel haben durchaus unerwünschte Nebenwirkungen und zwar immer dann, wenn das Mittel nicht zur Gesamtheit der Symptome passt. Wie machen sie es also richtig? Um diese Frage zu beantworten, stelle ich Ihnen gegenüber, wie ich als Profi die Mittel einsetze und wie es häufig im Internet oder vielen Ratgebern für Laien beschrieben wird:

Welches homöopathische Mittel passt?

Die meisten Laien und auch die Literatur schlägt die Auswahl nach der Diagnose zu einem klinischen Symptom vor. So soll beispielsweise Nux vomica bei Erbrechen helfen. Das entspricht nicht der Wirkungsweise der Homöopathie. Ein Homöopathisches Mittel muss genau zu den Symptomen passen.

Was bedeutete: ein Mittel muss zu den Symptomen passen‘?

Erbrechen ist nicht gleich Erbrechen. So gibt es schwallartiges Erbrechen, schaumiges erbrechen, erbrechen von weißem Schaum, Erbrechen von gelber Flüssigkeit, Erbrechen bei gleichzeitigen Kotabsatz, Erbrechen Nachts, Erbrechen morgens uvm. Um das passende Homöopathische Mittel zu finden muss ich also das Erbrechen genau erfassen. Nux Vomica hat eine ganz bestimmte Signatur. Diese ist unverwechselbar und kein anderes Mittel wird an seiner Stelle wirken. Daher ist es wichtig, das ganze Tier zu betrachten und individuell nach allen erfassbaren Anzeichen zu schauen. Dazu gehören: Psyche, körperliche Symptome, Ursache oder Krankheitsbeginn und viele weitere Faktoren. Als Profi halte ich also immer nach den Anzeichen der ganz speziellen Signatur eines Mittels Ausschau.

Potenz – Weniger ist mehr, oder?

C6, C30, C200 oder C1000 – Welches ist die passende Potenz? Eine übliche Potenz, die die Literatur oder Apotheken empfehlen, ist C6 oder C30. Stimmt das, kann ich das so pauschal annehmen? Nein, natürlich nicht. Auch die Potenz ist individuell und abhängig von der Art der Erkrankung, dem Alter des Patienten, dem akuten oder chronischen Verlauf sowie den betroffenen Organen. Der Profi arbeitet hier mit einigen Richtlinien, die ihm helfen zu entscheiden welche Potenz eingesetzt wird.

Dosierung – Hilft viel wirklich viel?

Dreimal täglich fünf Globuli C6 und damit können sie nichts falsch machen, oder? Je nach akutem oder chronischem Krankheitsgeschehen ist die Dosierung komplett unterschiedlich. Vor allem muss vor jeder neuen Gabe die Dosis verändert werden! Viele Homöopathen geben die Globuli nicht trocken, sondern lösen diese in festgelegten Mengen Wasser auf. Und ja, die Menge macht einen Unterschied und auch weniger kann mehr sein. Bitte passen Sie auf, auch homöopathische Mittel können ungewünschte Nebenwirkungen erzeugen und da viele Tierhalter das Augenmerk nur auf das Hauptsymptom legen, entgehen ihnen vielleicht wichtige Hinweise auf einen nötigen Mittelwechsel. Also die Dosis macht das Gift – gilt auch für die Homöopathie!

Man muss Homöopathie lange Zeit geben, oder?

‚Mein Hund bekommt seit 2 Jahren regelmäßig sein Pulsatilla, das hat mir mal eine Heilpraktikerin empfohlen.‘ Solche Sätze höre ich nicht selten. Homöopathische Mittel werden gerne automatisch weitergegeben, weil es ja mal gut geholfen hat. Das ist aber ganz und gar nicht sinnvoll und kann sogar negative Auswirkungen auf die Gesundheit ihres Tieres haben.
Die Homöopathie ist eine reaktive Therapie. Es bedeutet, dass jedes einzelne Mittel beim gesunden genau die Symptome erzeugt, die es im Kranken aufzuheben vermag. Lesen sie sich einmal aus Spaß das Arzneimittelbild von Pulsatilla durch. All die aufgeführten Symptome wurden an gesunden Menschen beobachtet, die dieses Mittel über einen festgelegten Zeitraum eingenommen haben. Man spricht in diesem Fall von einer Arzneimittelprüfung. Wenn sie ihrem Tier das Mittel also über langen Zeitraum geben, dann entstehen Symptome die es vorher nicht hatte. Es wird krank.

Im nächsten Blog erkläre ich ihnen wie sie den Verlauf ihrer Behandlung genau beurteilen können.



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